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Der Zyklus prägt das Leben der Frau

Hormone sind komplex. Sie machen den Unterschied. Denn die weiblichen Hormone bestimmen den Zyklus und damit unser Leben als Frau. Ob als Teenie zu Beginn der Geschlechtsreife, während der Schwangerschaft oder in den Wechseljahren. Wir sind in jeder Phase anders – zum Glück.

Wenn der weibliche Körper sich verändert, die Muskeln wachsen, in der Pubertät das Aussehen sich von kindlich zu jugendlich wandelt: Die weiblichen Hormone sind verantwortlich. Als chemische Signal- und Botenstoffe regulieren sie verschiedene Körperfunktionen. Wenn wir verliebt sind, lassen sie unser Herz schneller schlagen, erzeugen Flugzeuge im Bauch.

Sie sorgen dafür, dass die biologischen Prozesse ablaufen, wie sie sollen. Das gilt insbesondere für die Monatsblutung, für das Wunder genannt Weiblichkeit. Von der Pubertät, über die fruchtbaren Jahren bis hin zur Menopause – sie prägen unseren Fruchtbarkeitszyklus, den Kreislauf des Lebens.

Eine fruchtbare Geschichte: der Eisprung

In unseren Eierstöcken nimmt es seinen Anfang. In ihnen werden neben der Hypophyse und dem Hypothalamus, dem Sexualzentrum im Gehirn, die für den Eisprung relevanten Hormone gebildet: das Follikelstimulierende Hormon (FSH) und das eisprungauslösende Hormon LH (Luteinisierendes Hormon).

Das FSH sorgt für Wachstum und Reifung des Ovarialfollikels, der Hülle der heranreifenden Zelle im Eierstock. Mit zunehmender Größe bildet der Follikel Östrogene, dessen Spiegel zur Zyklusmitte seinen Höhepunkt erreicht. In einem Rückkopplungsprozess von der Hypophyse registriert, steigt in der Folge das LH massiv an: Der Eisprung wird ausgelöst, die Eizelle freigesetzt. Sie ist zur Befruchtung fähig, neues Leben kann entstehen.

Unbefruchtet entwickelt sich das gesprungene Eibläschen zum Gelbkörperhormon, dem Progesteron, dem wichtigsten Vertreter der Gestagene, einer Gruppe der Sexualhormone. Dies ist der Beginn eines wiederkehrenden Prozesses, der Periode.

Sogar die Fähigkeit zur Aufnahme und Verwertung von Vitaminen und Mineralien werden beeinflusst. Der Nährstoffhaushalt gerät ins Wanken.

Progesteron und Östrogene haben etwas Magisches, Fortpflanzung ist ohne sie nicht denkbar. Sie sind für die Beschaffenheit der Gebärmutterschleimhaut verantwortlich, für deren Aufbau und Abstoßung. Aber sie steuern nicht nur den gesamten Prozess der Menstruation, sondern beeinflussen darüber hinaus auch unseren Stoffwechsel und die Durchblutung.

Sogar die Beschaffenheit der Haut, die Einlagerung von Wasser und die körpereigene Eiweißproduktion werden von Östrogenen mitbestimmt. Mit Absinken des Progesterons beginnen unsere Wechseljahre. Das Niveau des Östrogenspiegels dominiert den Verlauf der Menopause mit all seinen positiven wie negativen Auswirkungen. Vitale Lebenslust gepaart mit Hitzewallungen. Ruhe und Gelassenheit oder Schlaflosigkeit und Schweißausbrüche – der Zyklus lässt niemanden kalt.

Ein Eingriff in den Zyklus kann Folgen haben

Mit dem Einsetzen der ersten Monatsblutung geschieht etwas Wundervolles. Die Libido setzt ein, wir können gebären. Eine Fähigkeit, die uns so einzigartig macht. Der Preis dafür kann schmerzhaft sein – im wahrsten Sinne des Wortes. Regelschmerzen, prämenstruelle Beschwerden, emotionale Ausnahmezustände. Wer kennt es nicht? Mal stärker, mal schwächer.

Der Beginn der Menstruation ist aber eben auch die Basis, um neues Leben zu schenken. Alter, Karriere, Partner. Alles Faktoren, die den Wunsch nach einem Kind beeinflussen. Das optimale Timing wird immer wichtiger. Ausbildung, Studium, Kind und Kegel: im Prinzip ja. Und zwar alles! Aber bitte, wenn ich bereit bin.

Ob Temperaturmethode oder Diaphragma, ob Vaginalring oder Antibabypille: Moderne Verhütungsmöglichkeiten machen vieles möglich. Deren Erfindung hat unser Maß an Selbstbestimmtheit maßgeblich zum Positiven befördert. Ihre Anwendung ist für uns heute selbstverständlich.

Hormonelle Verhütungsmittel greifen in den Zyklus ein. Das sollte einem bewusst sein. Denn unterschiedliche Kombinationen von Gestagenen und Östrogenen verhindern den Eisprung und dass sich ein befruchtetes Ei einnisten kann. Nicht immer ohne Nebenwirkungen: Reizbarkeit, Verstimmungen, Angstgefühle und Stress können auftreten.

Sogar die Fähigkeit zur Aufnahme und Verwertung von Vitaminen und Mineralien werden beeinflusst. Der Nährstoffhaushalt gerät ins Wanken. Der Körper hat einen erhöhten Bedarf an bestimmten Nährstoffen. So sind etwa B-Vitamine wichtig für das Nervensystem, den Proteinstoffwechsel, die Blutbildung und ein gesundes Immunsystem. Ein optimierter Speiseplan und geeignete Nährstoffpräparate können hier helfen, den Bedarf zu decken.

Wusstest Du schon?

Laut der DGE (Deutsche Gesellschaft für Ernährung) haben Frauen zwischen 25 und 51 oft einen Mangel an Mikronährstoffen. Das wird auf die Art und Weise der Ernährung, Stressfaktoren, die Periode, aber auch auf die Antibabypille zurückgeführt.

Insbesondere die Aufnahme von Folsäure und Jod ist vermindert. Gerade diese Nährstoffe spielen für die Fruchtbarkeit (und das Ungeborene) eine große Rolle.

Unverzichtbar bei Kinderwunsch: die ausreichende Versorgung mit Folsäure

Die biologische Uhr tickt, der Wunsch nach einem Baby wird immer stärker? Endlich hat es mit der gewollten Schwangerschaft geklappt? Der Zyklus macht eine Pause zugunsten des Ungeborenen. Ernährung und die richtige Nährstoffversorgung nehmen jetzt einen noch wichtigeren Stellenwert als ohnehin ein. Denn oft lässt sich der erhöhte Nährstoffbedarf nicht ausschließlich über Aufnahme unterschiedlicher Lebensmittel ausgleichen. Eine Supplementierung ist angeraten.

Insbesondere der Bedarf an Folsäure, eine Variante des Vitamins Folat, steigt – während und bereits vor der Schwangerschaft. Die ausreichende Versorgung ist für die gesunde Entwicklung des Fötus unabdingbar. Sie ist Voraussetzung für die Ausbildung von Knochen und inneren Organen. Und ganz wichtig: damit sich das sogenannte Neuralrohr schließt. Denn aus diesem entwickelt sich das zentrale Nervensystem, also Gehirn und Rückenmark.

Das Ende des Zyklus ist eben auch nur eine Phase

Und ist das Wunschkind erst aus dem Haus, geht das Leben erneut in eine andere Phase des Frauseins über. Auch dann spielt der Zyklus oder vielmehr das Ausbleiben eine wichtige Rolle. Viele haben Angst davor. Dabei ist es etwas Natürliches. Das Ende der Menstruation bedeutet nicht das Ende der Weiblichkeit. Lediglich der Fähigkeit, neues Leben zu schenken. Dieser Lebensabschnitt hat auch seine Vorteile: keine Tampons mehr, Schwangerschaft ausgeschlossen, entspannter Sex.

Mit unseren Eierstöcken hat es begonnen, mit ihnen geht es zu Ende. Sie stellen schrittweise die Hormonproduktion ein. Die Periode kommt unregelmäßig, schwankt und hört ganz auf. Die Östrogenproduktion sinkt erheblich. Die Muskeln werden weniger, die Haut trockener, die Knochendichte nimmt ab.

Dieser Prozess nennt sich Wechseljahre. Sie beginnen normalerweise mit Mitte vierzig bis Mitte fünfzig. Die gute Nachricht: Rund ein Drittel aller Frauen hat gar keine Beschwerden während des Übergangs.

Zwei Drittel erleben Begleiterscheinungen wie Hitzewallungen, Schlafstörungen und Schweißausbrüche. Die eine mehr, die andere weniger. Ob eine Hormonersatztherapie angesagt ist oder natürliche Ansätze ausreichen, entspannter durch das Klimakterium zu kommen, ist von der Schwere der Symptome und den persönlichen Lebensumständen abhängig.

In jedem Fall raten Experten zur Akzeptanz und einer positiven Grundeinstellung. Das gilt übrigens für den gesamten Fruchtbarkeitszyklus. In deren unterschiedlichen Lebensabschnitten wie Pubertät, Schwangerschaft und Menopause, die Aspekte der Weiblichkeit unterschiedlich zutage treten. Ein Glück.

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